20 Gründe, warum wir uns verändern sollten

„Lass die anderen sich verändern und bleib so wie du bist“ – Wahrscheinlich eine der erfolgreichsten und gleichwohl dümmsten Aussagen 2015. Warum? Naja, man könnte auf die Tatsache aufmerksam machen, dass man sich nicht verändern kann ohne man selbst zu bleiben. Weil das gleichbleiben des sich ändernden Subjekts Grundbedingung für Veränderung ist. Würde nicht ein Teil derselbe bleiben, hätte sich ja nichts verändert, sondern etwas Neues wäre entstanden. By the way – ein wirklich interessantes philosophisches Dilemma. Veränderung impliziert nämlich immer eine Koexistenz von Identität und Nicht-Identität. Wenn sich etwas verändert, bleibt es dasselbe, ist aber doch anders.

Was hält eigentlich Berthold Brecht vom Verändern

Man könnte auch auf eine sehr kurze Kurzgeschichte von Berthold Brecht verweisen: Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert.“ „Oh!“, sagte Herr K. und erbleichte. Was weitläufig als Kompliment gesehen wird, ist natürlich in Wirklichkeit keines. In welcher Welt ist Stillstand sinnvoll? Wer will wirklich bleiben wer er ist, wenn er die Möglichkeit hat sich zu verändern. Nicht weil man unbedingt unzufrieden mit sich ist, nein, weil Zeit immer die Möglichkeit der Weiterentwicklung bietet, selbst unbewusst. Wie muss jemand durch die Welt laufen, der sich über einen bestimmten Abschnitt einer gewissen Zeit nicht verändert? Man könnte also auch auf ein Zitat des Physikers Georg Christoph Lichtenberg verweisen: Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll. Man kann den ganzen Quatsch aber auch lassen und sich einfach spontan 20 Gründe überlegen, die hieb- und stichfest belegen, dass Veränderung manchmal eine unumgängliche Notwendigkeit ist.

Du solltest dich schleunigst verändern:

1.)  Wenn du bei Facebook in zehn verschiedenen Sprachen „Frohe Weihnachten“ wünscht, obwohl du nur eine davon sprichst – also deine eigene, und die nicht einmal sonderlich gut.

2.)  Wenn du bei Facebook absichtlich dein Geburtsdatum ausstellst, damit du testen kannst, wer „wahre Freunde“ sind.

3.)  Wenn du bei Tinder mitteilen willst, wie selbstlos du bist und durch Fotos mit kleinen schwarzen Kindern den potenziellen Geschlechtspartner zu überzeugen versuchst.

4.)   Wenn du bei Tinder mitteilen willst, dass du ein ziemlicher Idiot bist, weil du ein Selfie vor dem Holocaustmahnmal als Profilbild verwendest.

5.)   Wenn du Mitglied in einer „Schafft die GEZ-Zwangsgebühren ab“-Facebookgruppe bist.

6.)   Wenn du sagst, dass du eigentlich kein Fleisch isst, nur manchmal halt, aber dann auch nur vom Metzger.

7.)   Wenn du zur EM wieder diese kleinen Deutschlandfähnchen an dein Auto machst.

8.)   Wenn du andere Menschen dazu einlädst Online-Petitionen zu unterschreiben.

9.)   Wenn du ja eigentlich nichts gegen Homosexuelle hast, solange sie dich in Ruhe lassen.

10.) Wenn du bei Facebook postest, dass du gerade im Berghain bist.

11.) Wenn du seit deiner Indienreise jeden morgen Yoga machst und allen davon erzählst, wie ausgeglichen du plötzlich bist.

12.) Wenn du seit deiner Afrikareise jedem erzählst, wie gut es uns hier doch geht.

13.) Wenn du Facebook Videos teils, bei denen im Thumbnail schon steht worum es geht.

14.) Wenn du dein Kind nicht impfen lassen willst.

15.) Wenn du der Meinung bist, sich wie in der Steinzeit zu ernähren sei eine gute Idee.

16.) Wenn du dir nicht sicher bist, ob nicht doch die Amis selber hinter dem 11. September stecken oder

17.) Wenn du dich fragst, warum damals keine Juden im World Trade Center waren.

18.) Wenn du ernsthaft der Meinung bist, RT Deutsch sei eine glaubwürdigere Quelle als öffentlich-rechtliche Medien.

19.) Wenn du denkst Ken Jebsen sei links.

20.) Wenn du noch nicht das Crowdfunding des Müßiggang Magazins unterstützt hast – hier spenden.

 

Bild: flickr // Nana B Agien // CC BY 2.o

Track zum Text:

 

Post vom Müssiggang Magazin

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Gerrit Seebald

Gerrit ist erst 26 und hat schon als Praktikant bei der deutschen Botschaft in Vanuatu gearbeitet. Seitdem er 20 ist, veröffentlicht er regelmäßig als freier Mitarbeiter Artikel bei verschiedenen Onlinemedien. Außerdem ist er hochschulpolitisch aktiv, weil er meint, genau dort sei der Ort, den Nahostkonflikt zu lösen. Wenn er groß ist, möchte er einmal Verteidigungsminister werden oder Politikern naive Fragen stellen.

…..NOT! Naja, vielleicht das mit dem Verteidigungsminister schon.
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