5 Bücher, auf die wir uns 2016 besonders freuen

Neues Jahr, neue Bücher. Unter den vielen Neuerscheinungen, die 2016 auf uns warten, freuen wir uns auf fünf Bücher ganz besonders. Wir geben euch einen kleinen Einblick, was euch an literarischen Glanzlichtern in diesem Jahr erwartet – lesen müsst ihr sie aber selbst.

 

1. Ronja von Rönne: Wir kommen

Eigentlich war 2015 schon das Jahr von Ronja von Rönne. Da hat sie das Kunststück vollbracht, schon weit vor dem ersten Roman den ersten ordentlichen Shitstorm zu ernten, als sie in der Welt aufschrieb, warum sie der Feminismus anekelt. Den Shitstorm hat sie überstanden, ihre Texte, die sie in der Welt und auf ihrem Blog Sudelheft veröffentlicht, blieben rotzfrech, klug konzipiert, ernst und unernst zur gleichen Zeit. Im März kommt nun ihr Debütroman „Wir kommen“, ein radikales Buch, nihilistisch, und doch verzeihlich, poetisch, wie der Aufbau Verlag schreibt – wir sind ziemlich gespannt. Wer sich schon jetzt einen Eindruck machen will, der kann sich in Ronja von Rönnes Text „So ist schreiben“ auf „Wir kommen“ einstimmen.

2. Benjamin von Stuckrad Barre: Panikherz

Benjamin von Stuckrad-Barres schriftstellerische Karriere ist eine rauschhafte Fahrt, die ihn an höchste Punkte des Ruhms und in die tiefsten Niederungen der eigenen Existenz geführt hat. Ende der 1990er Jahre schwang sich der junge Stuckrad-Barre auf zum Vorreiter der Popliteratur, mit Romanen wie „Soloalbum“ und Erzählbänden wie „Auch Deutsche unter den Opfern“ hat er einige der wichtigsten Werke deutscher Gegenwartsliteratur geschaffen. Auf den rasanten Aufstieg folgte der Absturz, nicht sinnbildlich, sondern ganz real. Mit „Panikherz“ hat Benjamin von Stuckrad-Barre nun das Buch geschrieben, was er schreiben musste. Ein Buch über seine eigene Geschichte, über die Geschichte der Popkultur, über Absturz und Auferstehung. Wir freuen uns sehr, wenn wir sein „Panikherz“ am 10. März endlich in den Händen halten können.

3. Muriel Barbery: Das Leben der Elfen

Sieben Jahre nach ihrem Welterfolg „Die Eleganz des Igels“ hat Muriel Barbery wieder einen Roman geschrieben. „Das Leben der Elfen“ ist ein poetischer Roman, wie schon sein Vorgänger eine Parabel auf unsere Zeit, auf die Schönheit der Natur und der Kunst, ganz geleitet von der brillianten, wortgewaltigen Sprache der französischen Philosophin. Mitte März ist es soweit – dann lassen wir uns von Barberys Sprache und ihrer Gedankenkunst einmal mehr aus dem alltäglichen Grau entführen.

4. Maxim Biller: Biografie

Der neue Roman von Maxim Biller heißt „Biografie“, ist aber keine Biografie. Gut so. Biller erzählt die absurde Geschichte von Soli und Noah, beste Freunde seit Kindertagen, eine Geschichte von Entführung, Erpressung und Liebe, die die Protagonisten von Deutschland über Prag und den Sudan nach Tel Aviv bringt. „Etwas wie diesen Entwicklungs-, Liebes-, Künstler-, Familien-, Wende-, Spannungs-, Heimat- und Holocaustroman hat es in der deutschen Literatur noch nicht gegeben“, schreibt sein Verlag Kiepenheuer & Witsch. Unsere Meinung: Dieser Roman zählt zu den Büchern, die wir 2016 unbedingt lesen sollten.

5. Ann Cotten: Verbannt!

Ann Cotten ist keine leichte Kost im positivsten Sinne. Schon in ihrem Erzählband „Der schaudernde Fächer“ fordert sie den Leser mit ihrer präzisen, hochkomplexen Sprache aufs äußerste und belohnt ihn mit unheimlich schöner Poesie und klaren, wachen Gedanken. Ihr Versepos „Verbannt!“, so glauben wir, wird dem in nichts nachstehen. Cotten erzählt die Geschichte einer Parallelgesellschaft auf der einsamen Insel Hegelland, die Schiffsbrüchige dort vor Jahren errichtet haben. In dieses unwirkliche Szenario entlässt sie ihre Protagonistin, eine Fernsehmoderatorin, die aufgrund wiederholten Fehlverhaltens als erste Frau auf die Insel verbannt wurde. Die Geschichte türmt sich zu einem „luziden Alptraum“, wie Suhrkamp schreibt, und wird, da sind wir sicher, zu einem der literarischen Glanzlichter dieses Jahres werden – lesen!

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Bild: Pexels // CC0

Post vom Müssiggang Magazin

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Nils Langhans

Nils Langhans

Nils leidet darunter, einen Vornamen mit nur einer Silbe zu haben, der gerade in lauter Umgebung nicht immer direkt von anderen Menschen verstanden wird. Ansonsten ist er zu begeistern von virtuoser Sprache, experimentellen Gedankenspielen und ausgeprägter Beobachtungsgabe. Heimlich träumt er vermutlich dennoch von einem Reihenhaus in der Stuttgarter Vorstadt mit Blick auf den Killesberg und einem geregelten Arbeitstag in so einem heimelig-familiären mittelständischen Unternehmen auf der Schwäbischen Alb, das Schrauben oder Radmuttern oder etwas anderes total Sinnvolles herstellt, aber ihm fehlt die Verwegenheit, sich diesem seinem Innersten zu stellen. Darum versauert er hier beim Müßiggang Magazin.
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