Dieser Artikel ballert – 11 Kriegsbegriffe für deinen Alltag

Der Krieg ist so alt wie der Mensch ist. Kein Wunder, dass unsere Sprache durchzogen ist von militärischen Begrifflichkeiten. Wir haben einige der interessantesten Begriffe und Redewendungen aufgespürt, die wir ungewahr ihrer Wortherkunft ganz alltäglich verwenden.

11 Kriegsbegriffe für deinen Alltag

08/15

08/15 ist der Schreck jedes nach Individualität lechzenden Hipsters. Die Angst wäre vermutlich noch größer, wenn er wüsste, dass es sich dabei ursprünglich um ein Gewehr handelte. Die Schusswaffe wurde 1908 eingeführt und und 1915 modernisiert – daher die Abkürzung 08/15. Das Gewehr war Massenware und wurde v.a. zur Ausbildung der Soldaten verwendet.

Verheerend

Wer in der Kreisliga B gegen den FC Haudaneben schon eine verheerende Niederlage einstecken musste, weiß, wie schmerzlich das sein kann. Das ist allerdings nichts im Vergleich zu dem Leid, das die zivile Bevölkerung erfahren musste, als Heere ganze Landstriche verwüsteten, Frauen vergewaltigten und Dörfer niederbrannten. Das ist verheerend.

Auf die Folter spannen

Spannen wir heute jemanden auf die Folter, dann wollen wir ihm lediglich ein paar Informationen für einen Moment vorenthalten. Im Mittelalter hingegen war es gängige Praxis, Delinquenten im Zuge des Prozessverfahrens mittels Folter zu Geständnissen zu zwingen – als Folterinstrument besonders beliebt war die Streckbank.

Auf Vordermann bringen

“Im Frühjahr muss ich den Garten mal wieder auf Vordermann bringen” – was so friedliebend daherkommt, stammt eigentlich aus den so genannten Exerzierreglementen, den Vorschriften für die einzelnen Waffengattungen, im 18. Jahrhundert. Damit die erwümschte einheitliche Formation entstand, musste jeder Soldat seine Kopfhaltung nach der des Vordermannes ausrichten.

Torpedieren

Das lateinische Wort “torpedo” bedeutet Zitterrochen. Spannend. Dass danach nicht nur die Unterseerakete benannt wurde, sondern daraus auch ein geflügeltes Wort für hinterfotziges Intrigieren geworden ist, liegt an der Fähigkeit des Zitterrochens, sein Opfer durch lähmende Schläge anzugreifen.

Flanke

Bei Flanken denkt ihr zuerst an Frank Ribery? Fair enough. Eigentlich kommt der Begriff der “Flanke” aber aus der Militärtaktik und bezeichnet den seitlichen Teil einer Schlachtordnung.

Entrüstung

Die Entrüstung kommt seit einiger Zeit wieder in Mode. Wir entrüsten uns über dies und jenes, und wollen damit ausdrücken wie empört wir sind. Eigentlich bedeutet Entrüstung aber Entwaffnung.

Niemandsland

Ihr denkt, wenn zwischen zwei Autobahnausfahrten mehr als 20 Kilometer liegen, wärt ihr im Niemandsland? Falsch gedacht. Das Niemandsland bezeichnet ursprünglich das Gebiet zwischen den Schützengräben bzw. zwischen den Frontlinien zweier Kriegsparteien.

Dicke Luft

Dicke Luft entsteht in WGs wenn zu wenig gelüftet wird oder der Putzplan nicht eingehalten wurde. Abgesehen davon, dass in WGs mir Putzplan per Definition dicke Luft herrschen dürfte, entstammt der Begriff einer noch unerfreulicheren Situation. Im zweiten Weltkrieg ergänzten die Soldaten die schon bestehende „muffige“ Bedeutung um die „gefährliche“ Komponente als die Luft von Granatsplittern und feindlichen Geschossen erfüllt war.

Ins Hintertreffen geraten

Man denkt hier wohl eher an einen Mafiafilm, in dem der Protagonist ungewollt in einem Raum irgendwo in einem Hinterzimmer eines Restaurants auf unfreundliche, pokerspielende Zeitgenossen trifft, die er eigentlich nicht hätte treffen wollen. Aber auch hier geht es um militärische Taktik. Das Hintertreffen waren Reservetruppen, die nicht direkt am Kampf beteiligt waren, deshalb aber auch kein Anrecht auf eine mögliche Beute hatten. Beute war wohl wichtiger als Überleben, sonst wäre die Redewendung heute nicht derart negativ belastet.

Unter aller Kanone

Das ist doch offensichtlich? Falsch gedacht! Das hat mal ausnahmsweise nichts mit dem Militär oder der Kanone zu tun. In mittelalterlichen Schulen hieß schlicht die Notenskala „Canon“. Total verhauene Arbeiten wurden schlicht mit „sub omni canone“ (=unterhalb des Maßstabs) gewertet. Setzen, sechs!

Bild: Flickr//The Official CTBTO Photostream//CC BY 2.0

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Post vom Müssiggang Magazin

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Hier schreiben Dominik, Gerrit und Nils gemeinsam.
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