First World Problem Pills – So wirken die Tabletten aus Holland

Das Müßiggang Magazin hat in der letzten Woche am eigenen Leib erfahren, wie hart einen das Leben in unseren Breitengraden treffen kann. Aus einer kurzen Unachtsamkeit erwuchs die Ginkrise: Einer der Redakteure hatte einen ordentlichen Schluck Gin in sein MacBook gekippt. Eine Bewährungsprobe für den Fortbestand des Magazins. Der Zwischenfall zeigt, wie dramatisch sich First World Problems unserer Zeit zuspitzen können. Doch jetzt gibt es eine Lösung – und die kommt auch noch aus Holland.

100% Pfefferminz und 100% Placebo in den First World Problem Pills

Einhörner sehen, immer gutes Wifi und Fett in Muskelmasse verwandeln. Die Liste der Anwendungsfälle ist so grenzenlos wie die Zahl unserer Luxusprobleme. First World Problem Pills sind das Breitbandantibiotikum gegen unsere Alltagsproblemchen. Im Gegensatz zu Antibiotika bleiben unangenehme Nebenwirkungen aus. Schließlich will man sich mit der Lösung des einen nicht gleich das nächste Problem einhandeln. So geht Medizin heute. Der gut verträgliche Wirkstoff wird schon tausendfach erfolgreich in der Naturheilkunde und von Globuli-Vertrieblern angewandt. Dank des Placebo-Effekts ist schon so manches Wehwehchen verschwunden. Das machen sich auch die Hersteller der First World Problem Pills zunutze und vertrauen auf 100% Pfefferminz, 100% Placebo und 0% Nebenwirkungen.

Held statt Diva: So wirken die First World Problem Pills

Der Einkauf im First World Problems Online-Store macht einen nicht zur Diva, sondern zum Helden. Allein deshalb sollte man eigentlich bei den Pillen zuschlagen. Der Patientenkreis wird allerdings durch ein paar weitere Ingredienzien stark eingeschränkt. Wie man auf der Website erfährt, enthalten die Tabletten nämlich neben große Mengen Nonsense auch eine Prise falscher Versprechen. Das erlaubt zwar den hemmungslosen Langezeitkonsum, schließt aber alle ohne Humor und Fantasie aus. Letztere sollten laut Herstellerempfehlung schnellstmöglich einen Doktor aufsuchen. Schade eigentlich, denn die First World Problem Pills entfalten ihre heldenhafte Wirkungsweise schon vor dem Einnehmen.

First World Problem Pills lösen Probleme nicht so, wie sie entstanden sind

Der Verkaufserlös wird vom niederländischen Aids Fonds zur HIV-Prävention und Behandlung eingesetzt. Das Prinzip Medizin für Medizin schafft nicht nur zusätzliche Mittel im Kampf gegen Aids, sondern auch Aufmerksamkeit für die Krankheit und Betroffene. Der Aids-Fonds ist nicht nur in den Niederlanden, sondern auch international aktiv und steckt sein Geld in Forschung, Prävention und Behandlung. Die Mischung aus Lockerheit, Selbstironie und Einsatz für ihre Sache macht die Kampagne des Aids-Fonds zu einem Leuchtturm-Beispiel für gelungenes Content Marketing. Das Müßiggang Magazin ist von dieser innovativen Herangehensweise begeistert. Hier gibt’s das Video zur Initiative:

 

Um die letzten Zweifler von der Notwendigkeit der First World Problem Pills zu überzeugen, haben wir im First-World-Problem-geplagten Umfeld der Müßiggang Magazin Redaktion 13 First World Problems gesammelt:

  1. Erst 14:00 Uhr und nur noch 4% Akku
  2. Schon wieder den Radius erhöhen müssen weil alles weggetindert ist
  3. Gin ins MacBook gekippt
  4. Schlechter Empfang in der U-Bahn
  5. Wieder 10 Sushi zu viel bestellt
  6. Mobiles Datenvolumen schon am 11. des Monats auf Edge gedrosselt
  7. Mit dem Döner in der Hand eingeschlafen – jetzt ist er kalt
  8. Autokorrektur auf dem iPhone
  9. Eine Stunde auf die Eiswürfel warten müssen
  10. Schluck-auf, weil der Drink zu kalt war
  11. U-Bahn vor der Nase weggefahren und jetzt ganze 4 Minuten warten müssen
  12. Queensize statt Kingsize Bett im Hotelzimmer
  13. Kopfsteinpflaster mit dem Vintage-Rennrad

Track zum Text:

Bild: cosmoflash über CC BY-SA 2.0

Post vom Müssiggang Magazin

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Dominik Kaufmann
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Dominik Kaufmann

Dominik hat schon in Frankreich, Dubai, Japan und Baden-Württemberg gelebt. Weil er immer mittendrin statt nur dabei ist, schafft das Schreiben immer wieder Platz für wichtige statt dringende Gedanken. Deshalb liebt er das Müßiggang Magazin wie die Stuttgarter ihre Kehrwoche.
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