Ich habe das Internet durchgespielt – Folge 4: Twitter

Ach Twitter, wie wird man dir gerecht? Ich wollte anfangen dir eine riesige Metapher zu widmen. Es sollte um einen kleinen, blauen Vogel gehen, der einsam und verzweifelt durch die unendlichen Weiten des Internet fliegt. Der lustig daherzwitschert, manchmal wirklich nachdenklich, und doch nie gehört wird. Er fliegt vorbei an großen, schweren, blauen Riesenvögeln, so Adler (Klaus Kleber) und Eulen (Journalisten, die eigentlich keiner kennt), ja Eulen gibt es viele, manchmal auch einen Flamingo (Twitterer, die eigentlich keiner kennt), und wenn man Pech hat trifft man einen Pelikan (Kai Diekmann). Er zwitschert, was die Kreativität hergibt, und doch hört ihn niemand. Das leise Piepsen verhallt in den digitalen Tiefen, im Geschnatter des globalen Vogelhauses, gebaut auf den Streben unzähliger Hashtags. Der kleine Vogel wird traurig, er denkt er sei vielleicht zu dumm dafür (Spatzenhirn). Twitter, so sagt man doch, sei das Facebook für die Intelligenten. Also sind das eigentlich alles Krähen, die da krächzen? Krähen sind doch intelligente Vögel, sagt man. Und der kleine Blaue Vogel ist eigentlich ein Pinguin, er würde so gerne mit den anderen Vögeln fliegen, vergnügt durch die Luft wirbeln und alle würden hören, was er zu zwitschern hat, doch immer wenn er die Flügel ausbreitet und loslegen will, landet er auf dem Bauch, rutscht von der Eisscholle und plumpst in das große, tiefe, twitterblaue Meer der Bedeutungslosigkeit.

So eine Metapher wollte ich spinnen. Doch was sollen diese pseudo-intellektuellen Ergüsse? Eigentlich habe ich nur einen Gedanken, jedes mal, wenn ich Twitter aufrufe:

Twitter

 

Dieser Hund, er beschreibt alles so viel besser, er ist der Spiegel meiner Gedanken (Spatzenhirn), wenn ich versuche auf Twitter witzig zu sein. Aber hey, immerhin ist er blau und er ist ein Tier. Fair enough.

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In seiner Kolumne „Ich habe das Internet durchgespielt“ schreibt Gerrit wöchentlich über seine erschreckenden Erfahrungen aus diesem Internet, von dem alle reden. Er führt uns in mehreren Teilen durch dessen Absurditäten und – keine Sorge – er ist eigentlich immer online.

Folge 3  findet ihr hier. 

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Bild: flick // Shawn Campbell // (CC BY 2.0)

 

 

Post vom Müssiggang Magazin

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Gerrit Seebald

Gerrit ist erst 26 und hat schon als Praktikant bei der deutschen Botschaft in Vanuatu gearbeitet. Seitdem er 20 ist, veröffentlicht er regelmäßig als freier Mitarbeiter Artikel bei verschiedenen Onlinemedien. Außerdem ist er hochschulpolitisch aktiv, weil er meint, genau dort sei der Ort, den Nahostkonflikt zu lösen. Wenn er groß ist, möchte er einmal Verteidigungsminister werden oder Politikern naive Fragen stellen.

…..NOT! Naja, vielleicht das mit dem Verteidigungsminister schon.
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