#Parisisaboutlife – Sie haben vielleicht Pistolen, aber wir haben Blumen

Es ist schwierig, nach den Anschlägen von Paris einen Müßigen Gedanken der Woche zu fassen. Was sind überhaupt richtige Worte nach dem letzten Freitag? Wer findet die richtigen Worte nach den Anschlägen von Paris? Kann man nach diesem Wochenende wieder zu Alltag übergehen? Sind nicht alle unsere Bedürfnisse, Probleme und Wehwehchen unwichtig in diesen Tagen? Was könnten wir sagen, was noch nicht gesagt wurde? Warum sollten wir was sagen, wenn es andere besser können? Wir möchten heute – wie schon im Newsletter vom Montag – Menschen sprechen lassen, die bereits passende Worte gefunden haben. Alle drei vereint die menschliche Reaktion auf die schrecklichen Taten von Paris. Nicht Hass, sondern Zuversicht, nicht der Tod, sondern das Leben, nicht Vergeltung, sondern der Mensch stehen im Mittelpunkt ihrer Gedanken.

Joann Sfar

Einen bemerkenswerten Gedanken hat der Charlie Hebdo Karikaturist Joann Sfar gefasst. Er bedankt sich bei Freunden aus der ganzen Welt für die Solidaritätsbekundungen durch #prayforparis. Dann nimmt der Gedanke eine unerwartete Wendung, die man wie folgt übersetzen könnte: „Aber wir brauchen nicht mehr Religion! Wir glauben an Musik, Küsse, das Leben, Champagner und Freude!“ #Parisisaboutlife. Der Hashtag huldigt nicht einem Gott, sondern dem Leben, den Menschen.

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Ein von Joann Sfar (@joannsfar) gepostetes Foto am

 

Iyad El-Baghdadi

Auch Iyad El-Baghdadi, der Aktivist des Arabischen Frühlings, schlägt in die humanistische Kerbe, indem er fragt: „Wisst ihr, was die islamistischen Extremisten an Europa am meisten angepisst hat? Es war ihre menschliche, moralische Antwort auf die Flüchtlingskrise.“

Vater und Sohn

Reporter: „Verstehst du, was passiert ist? Verstehst du, wieso diese Leute das gemacht haben?“
Sohn: „Ja, weil sie sehr, sehr, sehr gemein sind. Gemeine Menschen sind nicht sehr nett. Und…wir müssen sehr vorsichtig sein, weil wir wegziehen müssen.“
Vater: „Keine Angst, wir müssen nicht wegziehen. Frankreich ist unser Zuhause.“
Sohn: „Aber es gibt sehr böse Menschen, Papa.“
Vater: „Ja, aber die gibt es überall.“
Sohn: „Sie haben Pistolen, sie können uns erschießen, weil sie sehr böse sind, Papa.“
Vater: „Sie haben vielleicht Pistolen, aber wir haben Blumen.“
Sohn: „Aber Blumen machen nichts, die sind für…für…“
Vater: „Na klar machen die was, schau mal, jeder legt Blumen hin. Das ist um gegen Waffen zu kämpfen.“
Sohn: „Das ist zum Schutz?“
Vater; „Genau.“
Sohn: „Und die Kerzen auch?“
Vater: „Die sind dazu da, um an die Menschen zu erinnern, die uns gestern verlassen mussten.“
Sohn: „Die Blumen und die Kerzen sind hier um uns zu beschützen.“
Vater: „Ja“
Reporter: „Geht es dir jetzt besser?“
Sohn: „Ja. Jetzt ist es besser.“

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Titelbild: Youtube Screenshot

Post vom Müssiggang Magazin

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