Sommerpause gleich Sommerloch – das war einmal

Ja, endlich. Seit letzten Montag ist sie vorbei, die Sommerpause. Endlich können wir wieder Tatort schauen, ohne eine Wiederholung sehen zu müssen, die wir beim ersten mal schon eigentlich nur mittelmäßig fanden. Es geht wieder los, die Menschen werden herausgerissen aus ihrer Sommereuphorie, aus ihrer kollektiven, guten Laune. Nur Bayern und Baden-Württemberg dürfen wie jedes Jahr zwei Wochen länger ihre Plautze in die spanische Sonne legen.

Ja, die Sommerpause, jedes Jahr aufs Neue machen wir uns lustig über absurde Meldungen in der Tagesschau, schütteln amüsiert den Kopf und sagen mit einem leichten Schmunzeln:
„Ach, Sommerpause“.

Doch mit welcher Begründung können wir ernsthaft noch davon ausgehen, dass sich in dieser komplexen, globalisierten Welt irgendjemand dafür interessiert, dass wir in Deutschland noch unseren wohlverdienten Urlaub haben? Da darf dann einfach nichts passieren, was auf das Gemüt des sedierenden Sommerfeelings schlägt. Der IS ist egal und die Flüchtlinge, die versauen mir auch nicht meinen Sommerurlaub! Ja, ich weiß, es sind Parlamentsferien und in Deutschland werden derzeit keine Gesetze verabschiedet, aber der internationalen Politik eine Sommerpause zu unterstellen, ist eine Farce. Vielleicht ist das Ganze tatsächlich ein Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges, als da sowieso nichts ging, im Sommer, als Außenpolitik nur ein Entscheiden war zwischen den beiden Polen. Heute ist es fast sarkastisch von einer Sommerpause zu sprechen und mit absurden, Sommerloch-tauglichen Meldungen zu glänzen.
Aber was soll’s – es ist Sommer, am See sind wir alle gleich. Lasst uns kollektiv unseren Vitamin-D-Rausch feiern. Keine Sorge, spätestens Ende September kommt er, der Kater.

Bild: BriYYZ über CC BY-SA 2.0

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Gerrit Seebald

Am liebsten sitzt Gerrit in einem khaki grünen Overall auf einem Pickup und schießt dabei mit einer goldenen Kalaschnikow in die Luft. In seiner Freizeit verkauft er Waffen an afrikanische Warlords, Panzer an Saudi-Arabien und trennt keinen Müll.
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