Sommerpause gleich Sommerloch – das war einmal

Ja, endlich. Seit letzten Montag ist sie vorbei, die Sommerpause. Endlich können wir wieder Tatort schauen, ohne eine Wiederholung sehen zu müssen, die wir beim ersten mal schon eigentlich nur mittelmäßig fanden. Es geht wieder los, die Menschen werden herausgerissen aus ihrer Sommereuphorie, aus ihrer kollektiven, guten Laune. Nur Bayern und Baden-Württemberg dürfen wie jedes Jahr zwei Wochen länger ihre Plautze in die spanische Sonne legen.

Ja, die Sommerpause, jedes Jahr aufs Neue machen wir uns lustig über absurde Meldungen in der Tagesschau, schütteln amüsiert den Kopf und sagen mit einem leichten Schmunzeln:
„Ach, Sommerpause“.

Doch mit welcher Begründung können wir ernsthaft noch davon ausgehen, dass sich in dieser komplexen, globalisierten Welt irgendjemand dafür interessiert, dass wir in Deutschland noch unseren wohlverdienten Urlaub haben? Da darf dann einfach nichts passieren, was auf das Gemüt des sedierenden Sommerfeelings schlägt. Der IS ist egal und die Flüchtlinge, die versauen mir auch nicht meinen Sommerurlaub! Ja, ich weiß, es sind Parlamentsferien und in Deutschland werden derzeit keine Gesetze verabschiedet, aber der internationalen Politik eine Sommerpause zu unterstellen, ist eine Farce. Vielleicht ist das Ganze tatsächlich ein Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges, als da sowieso nichts ging, im Sommer, als Außenpolitik nur ein Entscheiden war zwischen den beiden Polen. Heute ist es fast sarkastisch von einer Sommerpause zu sprechen und mit absurden, Sommerloch-tauglichen Meldungen zu glänzen.
Aber was soll’s – es ist Sommer, am See sind wir alle gleich. Lasst uns kollektiv unseren Vitamin-D-Rausch feiern. Keine Sorge, spätestens Ende September kommt er, der Kater.

Bild: BriYYZ über CC BY-SA 2.0

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Gerrit Seebald

Gerrit ist erst 26 und hat schon als Praktikant bei der deutschen Botschaft in Vanuatu gearbeitet. Seitdem er 20 ist, veröffentlicht er regelmäßig als freier Mitarbeiter Artikel bei verschiedenen Onlinemedien. Außerdem ist er hochschulpolitisch aktiv, weil er meint, genau dort sei der Ort, den Nahostkonflikt zu lösen. Wenn er groß ist, möchte er einmal Verteidigungsminister werden oder Politikern naive Fragen stellen.

…..NOT! Naja, vielleicht das mit dem Verteidigungsminister schon.
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