3. Oktober ohne Einheit

Bildzeitung für alle, 20 mittelprächtige Fernsehsendungen und unzählige Ost-West-Vergleiche. So lässt sich der Tag der Deutschen Einheit zusammenfassen. Der Müßige Gedanke der Woche ist ein Plädoyer für eine neue Bezeichnung unseres Nationalfeiertags.

Die Bezeichnung als Tag der Deutschen Einheit war 25 Jahre gut, aber der letzte 3. Oktober hat mal wieder gezeigt, wieso es Zeit für einen neuen Namen ist. Die deutsche Einigung ist das wichtigste, bedeutendste und erfreulichste Ereignis der jüngsten deutschen Geschichte. Ich kann und will mir ein geteiltes Deutschland gar nicht vorstellen. Und genau deshalb brauchen wir einen Namen, der diese Einigkeit nicht hervorheben muss, sondern sie als selbstverständlich ansieht.

Der deutsche Begriff leitet alle dazu an, Vergleiche anzustellen. Sind wir wirklich schon zusammengewachsen? Wie unterscheidet sich die Straßenbeleuchtung in den Berliner Stadtteilen? Und immer noch spricht man von Wessis und Ossis. Die Betonung der Einheit bewirkt ihr Gegenteil. Nicht das Gemeinsame, sondern das Spaltende wird in den Vordergrund gerückt. Dann doch lieber neutral und selbstbewusst einig: Einfach Der Dritte Oktober, wie der französische 14 juillet oder der amerikanische 4th of July – wäre doch eine gute Idee.

Bild: Websenat (CC BY-SA 2.0)

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Post vom Müssiggang Magazin

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Dominik Kaufmann
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Dominik Kaufmann

Dominik hat schon in Frankreich, Dubai, Japan und Baden-Württemberg gelebt. Weil er immer mittendrin statt nur dabei ist, schafft das Schreiben immer wieder Platz für wichtige statt dringende Gedanken. Deshalb liebt er das Müßiggang Magazin wie die Stuttgarter ihre Kehrwoche.
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