13 Wörter, die seltener gesagt werden sollten

Die Füllwörter, die dümmlichen Superlative, die Anglizismen – wir könnten ewig weiterzählen, einen zwanzig Kilometer langen Artikel schreiben über Wörter, die seltener gesagt werden sollten. Weil den keiner lesen möchte, begnügen wir uns mit ein paar wenigen Handreichungen.

13 Wörter, die seltener gesagt werden sollten

großartig

Gut ist nicht mehr gut genug. Wer großartig sagt, der sagt auch, dass er der müdeste Mensch der Welt ist und grad den langweiligsten Film der Welt gesehen hat – die ständige Benutzung des Superlativs als Kennzeichen des Sprachverfalls.

prokrastinieren

Erstens kann es kaum einer vernünftig aussprechen, zweitens noch wenigere richtig schreiben und drittens ist es dummes Fremdwortgeschmeiße an Stellen, wo “faul sein” auch genügen würde.

Philosophie

Nein, es geht nicht um Kant, Hegel oder wen auch immer – die guten alten Philosophen würden sich irritiert den Kopf kratzen, wenn sie hörten, dass heute jeder Fernsehkoch eine Küchenphilosophie hat (“Erst den Herd an, dann den Topf drauf, vorher Hände waschen, das ist meine Philosophie”).

random

Kaum ein Wort so wird so beliebig benutzt wie „random“. Das kann doch kein Zufall sein.

quasi

Wer “quasi” nutzt, der will sich nicht festlegen, schwächt seine Aussagen ab, um später nicht darauf festgenagelt werden zu können, und stellt sich in die Reihe derer, die der Sprache durch Relativismus ihre Präzision rauben.

bemerkenswert

Was heißt bemerkenswert? Und wer darf wem sagen, was es zu bemerken gilt? Und wer oder was ist es dann besser nicht wert, bemerkt zu werden? Fragen über Fragen, allesamt bemerkenswert, Hauptsache die Luft scheppert.

authentisch

Wenn das indische Restaurant tatsächlich authentisch kochen würde, könnte dort kein Mitteleuropäer speisen.

Konzept

Was ein Konzept ist: Finanzarchitektur für das kommende Jahrzehnt.

Was kein Konzept ist: Raumkonzept, Lebenskonzept, Wohnkonzept, Lichtkonzept, Küchenkonzept, Duschkonzept.

nachhaltig

Wir plädieren für einen nachhaltigen Gebrauch des Begriffs “nachhaltig”.

ganzheitlich

In der Tat sollten wir bei unseren Gedanken nicht einen Teil weglassen.

inspirierend

Menschen, die seltener „inspirierend“ oder „Inspiration“ benutzen, wirken klüger – das kann bestimmt irgendein findiger Sozialwissenschaftler belegen. Profitipp: Wenn schon “Inspiration”, dann bitte nicht wie “Inspiräischän” aussprechen.

süß

Ein Kaffee kann süß sein, ein Café nicht.

achtsam

Wir schlagen als Warnschild für Berliner Cafés vor: “Wer nicht achtsam ist, muss draußen bleiben.”

 

Bild: Flickr // Alexandria Perone // CC BY-ND 2.0

Post vom Müssiggang Magazin

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Hier schreiben Dominik, Gerrit und Nils gemeinsam.
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